Landeselternrat fordert mehr Lehrerstellen in Sachsen-Anhalt
31. Mai 2010 von Landeselternrat Sachsen - Anhalt |
Der Landeselternrat hat in der Landespressekonferenz am 26.05.2010 eine Erhöhung der geplanten Lehrerneueinstellungen in Sachsen-Anhalt gefordert.
Schüler, Eltern und Lehrer erwarten vom Land, entschlossener gegen den absehbaren Lehrermangel in Sachsen-Anhalt vorzugehen. Dass deutlich mehr Lehrerinnen und Lehrer, sowie Referendare als geplant eingestellt werden, forderten die Vorsitzenden von Landesverbänden in Magdeburg.
Auf diese dramatische Situation wiesen Karsten Bucksch vom Landeselternrat, Steven Letzner vom Landesschülerrat und Thomas Lippmann von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf einer vom Landesschülerrat organisierten gemeinsamen Pressekonferenz hin. Es sei absehbar, dass die Zahl der Lehrer in den nächsten Jahren nicht mehr ausreiche, um den Unterrichtsbedarf abzudecken. Die drei Verbandsvertreter warfen dem Land vor, das Problem vernachlässigt zu haben.
Hintergrund: Laut Personalentwicklungskonzept der Landesregierung sollen von 2012 bis 2018 jährlich gut 300 Lehrerinnen und Lehrer eingestellt werden. Bis 2020 scheiden aus Altersgründen jedoch 6.000 Lehrer aus. Damit fehlen mindestens 3.000 Lehrerinnen und Lehrer. Der jährliche Einstellungsbedarf liege jedoch bei 600 bis 800 Lehrerinnen und Lehrern (so viele, wie jedes Jahr in den Ruhestand gehen).
Mit der momentanen Stabilisierung der Schülerzahlen, werde es schon ab dem nächsten Jahr keinen Lehrerüberhang mehr geben.
Der Landeselternratsvorsitzende Karsten Bucksch sprach von einer nicht mehr zu verhindernden Lücke bei den benötigten Lehrern.
Der Landeselternrat und der Landesschülerrat schlossen sich der GEW-Forderung an, die Ausbildungskapazität für Lehrer – derzeit 550 Plätze – zu verdoppeln. Dazu müsse die Ausbildung von Lehrern für allgemeinbildende Schulen neben der Universität in Halle auch wieder auf die Universität Magdeburg ausgedehnt werden.
Als dramatisch stufen die drei Verbandsvertreter auch die Überalterung der Lehrerschaft in Sachsen-Anhalt ein. Der Altersdurchschnitt liegt bei knapp 50 Jahren, statistisch gesehen gibt es nicht einmal an jeder zweiten Schule einen Lehrer unter 35 Jahren. Der Vorsitzende des Landeselternrates sieht in der Altersstruktur auch die Gefahr, dass ältere Lehrer ausfallen, weil sie “ausgebrannt” seien.
Als besten Anreiz für junge Menschen, in Sachsen-Anhalt Lehrer zu werden, sehen die Landesvorsitzenden die Aussicht auf eine Festanstellung. Dafür muss die Zahl der Referendariatsplätze deutlich erhöht werden. Die Weichen dafür sind gestellt. In diesem Jahr sollen laut Kultusministerium 480 Referendare eingestellt werden. 2009 waren es noch 340. In den nächsten beiden Jahren soll die Zahl auf 620 steigen. Die GEW sieht einen Bedarf von 700 Stellen.
Der Landeselternrat wird sich mit diesem Problem auch an die neue Kultusministerin wenden und hier auf eine Änderung drängen.


