In Sachsen-Anhalt ist die Zahl junger Raucher dramatisch hoch, und sie steigt weiter an. In keinem anderen Bundesland in Deutschland gibt es prozentual so viele junge Raucher wie in Sachsen-Anhalt (Quelle: DKFZ Tabakatlas 2015; Drogen- und Suchtbericht 2016 der Bundesregierung).
Die Zahl von rauchenden Schwangeren hat sich von 1996 bis 2014 praktisch verdreifacht, auf über 16% (Quelle: Schulanfängerstudie LSA). Darin sehen wir eine katastrophale Entwicklung.

Wir sehen Sie in der Pflicht, hier durch geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken.
Für die jungen Raucher beginnt ein Leben mit höherer Wahrscheinlichkeit zu erkranken, dies gilt aber auch für die Kinder, die diese zeugen oder gebären. Es muss ein gesellschaftliches Anliegen sein,
die­sem Trend zu begegnen!

Nicht nur moralisch, auch ökonomisch ist dies sinnvoll.
So entstehen durch Rauchen hohe Folgekosten, zum Beispiel durch schwere Gesundheitsschäden bei Säuglingen von rauchenden Müttern (Herzschäden, Lungenschäden, Klumpfüße, Hasenscharten etc.).
Rauchen führt auch generell zu einem höheren Krankenstand bis hin zu mehr Frühverrentungen,
was das Land z.B. für Firmenansiedlungen sicher unattraktiver macht.

Wir brauchen dringend Ihre Unterstützung, um unsere Kinder viel besser zu schützen als bisher. Den öffentlichen Schulen kommt bei der Suchtprävention eine ganz zentrale Rolle zu, aber aus den
aktuel­len Zahlen der Jungraucher im Land ist eindeutig ersichtlich, dass die bisherige Präventionspolitik des Landes weitestgehend versagt hat.

Politik muss mehr sein als die Verwaltung von Problemen. Diese müssen konsequent angegangen und gelöst werden, ganz besonders, wenn es um unsere Kinder geht.

Wir fordern Sie deshalb auf, bis Ende März 2017 gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, was der dargestellten führenden Rolle Sachsen-Anhalts im Tabakkonsum junger Menschen entgegenwirkt, und uns hierüber zu informieren.

Die Kinder unseres Landes sind es wert.

LER-Brief an Ministerien LSA PräventionRauchen-20.12.2016